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20.12.2014, 13:33 Uhr
Offener Brief zur Prinzbrücke an Oberbürgermeister Markus Lewe
In einem Offenen Brief haben sich Hiltrups Bezirksbürgermeister Joachim Schmidt, die Vorsitzende der CDU-Fraktion in der Bezirksvertretung Hiltrup, Astrid Bühl und die Hiltruper Ratsherren Georg Berding und Stefan Leschniok an Oberbürgermeister Markus Lewe gewandt und um konkrete Unterstützung für den Erhalt einer zweiten Brücke neben der Osttorbrücke gebeten. Wir dokumentieren das Schreiben im Wortlaut:
Prinzbrücke (vor der Osttorbrücke)
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister,

die Planungen für den Ersatz der baufälligen Prinzbrücke sind auf der Zielgeraden. Die Diskussionen um den Erhalt bzw. den Ersatz des Bauwerkes sind in der Bevölkerung und in den politischen Gremien zum Teil sehr emotional geführt worden. Der Rat der Stadt Münster hatte dazu in seiner Sitzung am 10.09.2014 beschlossen, eine erneute Diskussion um Ersatzbauvarianten zu führen, sofern die Prinzbrücke nicht erhalten
werden kann. Dabei wurde dem Ersatz eines Waldstücks nördlich der Straße Osttor Priorität eingeräumt.

Wie einem Bericht in den Westfälischen Nachrichten vom 04. bzw. 05. Dez. 2014 zu entnehmen ist, sieht die Wasser- und Schifffahrtsdirektion sich aufgrund dessen nicht mehr verpflichtet, ein Ersatzbauwerk zu finanzieren und nimmt die Stadt Münster für die Erschließung der Gewerbegrundstücke östlich der Nobelstraße finanziell in die Verantwortung.

Bereits seit Jahren ist die Planungsverwaltung der Stadt Münster im Gespräch mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion, um entweder den Erhalt der denkmalgeschützten Brücke oder ein Ersatzbauwerk vorzusehen, dass sowohl die Erschließung des kleinen Industriegebietes für den LKW-Verkehr, als auch die Trennung vom Fußgänger- und Radverkehr ermöglicht. Für diese zweite Alternative wurde bereits vor längerer Zeit die
Verwaltung mit der Durchführung der „Variante 5“ (Erschließung über ein Waldstück nördlich der Straße Osttor) beauftragt.

Dazu wurden viele Gespräche mit der Wasser- und Schifffahrtsdirektion geführt, die dem politischen Votum vertrauen durfte und ihre Planungen in diese Richtung fortgeführt hat.

In diesem Prozess wurden auch die Hiltruper Bürgerinnen und Bürger „mitgenommen“, in dem ihnen die möglichen Modellvarianten in den Zeitungen vorgestellt und die Stimmung für ein Ersatzbauwerk ausgelotet wurde.

Vor dem Hintergrund dieser Entwicklungen sollte alles dafür getan werden, das gute Verhältnis zwischen Stadt Münster und Wasser- und Schifffahrtsdirektion zu wahren. Umgehend sollten Gespräche wieder aufgenommen und einer konstruktiven Lösung zugeführt werden.

In einer Unterschriftenaktion haben sich beinahe 1.000 Bürgerinnen und Bürger für einen auch in Zukunft sicheren Rad- und Fußverkehr und die weiterhin mögliche Erschließung des kleinen Industriegebietes Nobelstraße ausgesprochen. Die Liste der vielen Befürworter ist Ihnen vor einigen Tagen übergeben worden und als Anregung nach § 24 GO an den Rat aufgenommen worden.

Wir sind uns sicher, dass das Votum der Hiltruperinnen und Hiltruper noch eindeutiger ausfallen und die Zahl der Unterschriften deutlich größer gewesen wäre, wenn im Zeitraum unserer Unterschriftensammlung die veröffentlichte Aussage der Wasser und Schifffahrtdirektion bekannt gewesen wäre.

Wir fordern eine verantwortungsvolle Lösung für die Prinzbrücke in Hiltrup, die gesellschaftlich, wirtschaftlich und ökologisch ausgewogen ist. Die Sicherheit der Kinder und Jugendlichen, die täglich zwischen den Hiltruper Ortsteilen mit dem Fahrrad unterwegs sind, ist von wesentlicher Bedeutung. Der ausreichende Ersatz der notwendigerweise zu fällenden Bäume ist durch die Ausgleichsmaßnahmen gesichert, zumal weniger als 20 Prozent der Waldfläche betroffen sein wird. Die schon von allen
Fraktionen in der Bezirksvertretung beschlossene Variante 5 ist die wirtschaftlichste Lösung und deshalb für uns als Steuerzahler akzeptabel.

Wir bitten Sie daher dringend, sich persönlich bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion dafür einzusetzen, dass bald eine Lösung für die alte Prinzbrücke gefunden wird.

Wir bitten Sie daher dringend, sich persönlich bei der Wasser- und Schifffahrtsdirektion
dafür einzusetzen, dass bald eine Lösung für die alte Prinzbrücke gefunden wird.
Mit freundlichen Grüßen

gez.
Georg Berding
Ortsunions-Vorsitzender
Ratsherr für Hiltrup-Ost

gez.
Joachim Schmidt
Bezirksbürgermeister

gez.
Astrid Bühl
CDU-Fraktionsvorsitzende
in der BV Hiltrup

gez.
Stefan Leschniok
Ratsherr für Hiltrup-Mitte

aktualisiert von Stefan Leschniok, 20.12.2014, 13:45 Uhr

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